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Auslandsjahr - falsche Entscheidung, Reue und Zeitverschwendung?

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      Auslandsjahr - falsche Entscheidung, Reue und Zeitverschwendung?

      Hey Leute, ich muss hier mal mein Herz ausschütten. Es ist eine lange story und ich hoffe ich finde ein paar nette Menschen, die sich die Zeit nehmen es zu lesen, denn ich bin jetzt schon seit 4 Monaten in den USA. Also, es fing alles damit an, dass ich 2 Monate vor meinem Abflug mit meinem Freund zusammen kam.. das hat schon mal meine Freude auf das Auslandsjahr aufs letzte gekillt, obwohl man sagen muss, auch davor, hatten sich immer mehr Zweifel angesammelt..
      Dann, hier angekommen, lebte ich bei einer Messifamilie auf einer Militärbasis und es war einfach nur schlimm. DIe Familie war ganz nett, aber sie hatten eingie Probleme und wie gesagt, das Haus war einfach katastrophal. Ich blieb dort 3 Monate, weil ich einfach mich so schlecht gefühlt habe, der Familie gegenüber und ich muss auch zugeben, weil mein Freund ein Ticket buchen wollte und sie erlaubt haben, dass er bei uns bleiben könne.
      Ich konnte aber dann einfach nicht mehr und habe auch erkannt, dass ich einfach an mich selbst denken muss, denn es ging soweit, dass ich mich einfach nicht mehr wohl gefühlt habe und nur noch am Heulen war. Ich habe dann also meine Organisation angerufen, ihnen Bilder von der Wohnung geschickt und sie holten mich auch, sofort noch am selben Abend ab. SIe entschuldigten sich auch oft bei mir, dass ich so leben musste und so weiter. Ich war bei einer der Betreuerinnen meiner Orga, die eine Stunde von meinem Ort entfernt wohnte. Ich wollte generell, mit der Schule und dem Ort einfach nur noch abschließen und zwar mochte ich 2 Mädchen dort echt gerne, jedoch hielt mich einfach nichts mehr dort. 1 Monat lang wussten wir nicht wie es mit mir weiter geht, denn wir mussten nicht nur eine neue Schule, sondern auch eine neue Familie finden und so weiter. In der Zeit wurde mein ohnehin schon großes Heimweh noch schlimmer, denn wenn man 1 Monat ja quasi nichts macht, kommt schließlich Langeweile und das führt zu Heimweh...
      Dann aber, kam endlich alles ganz toll. Die Betreuerin, die mich aus dem Haus gerettet hatte, nahm mich nun auch auf und ich fühle mich in dem Haus und mit ihrer Familie pudelwohl.
      Ich gehe jetzt auch auf eine neue Schule und auch dort läuft es toll, viele Menschen sind gleich auf mich zugekommen und ich habe jetzt schon nach nur 3 Wochen Schule ein paar Freunde. Doch trotzdem, lässt mich unerklärlicherweise das Heimweh nicht richtig los. Ich frage mich woran es liegt, ob es der Winter ist, da ist man ja bekanntlich nicht immer so gut drauf oder was auch immer. Ich zähle die Tage und denke jeden Tag an zu Hause. WIe es wohl jetzt wäre wenn ich dort wäre, ob es besser gewesen wäre zu Hause zu bleiben, denn dort konnte ich wenigstens unabhängig mich in einen Bus setzen und auch mal alleine was machen. Hier ist man so abhängig und so viel alleine zu Hause, ich meine ich war auch oft nach der Schule in Deutschland alleine zu Hause, aber da war es trotzdem anders, denn ich konnte raus und mal wo hinlaufen... Ich frage mich, warum ich mir das alles bisher angetan habe... Ich meine es gibt Momente, die ganz schön sind, aber ich denke ich wäre in Deutschland einfach glücklicher.. Ich möchte aber natürlich trotzdem nicht abbrechen, denn das ganze hat ja auch so viel gekostet, ich will mich und meine Eltern nicht enttäuschen und auch nichts bereuen später mal im Leben und außerdem hat es sich ja auch schon viel verbessert jetzt. Ich frage mich, ob es vielleicht einfach ein Kulturschock ist, was meint ihr? aber ich meine, wie lange hält sowas denn an... Ich dachte sowas wäre vielleicht mal am Anfang und dann nach ein paar Wochen wäre es auch schon wieder vorbei, aber 4 Monate... das kann doch nicht sein oder? Bitte helft mir, was soll ich tun?

      Liebe Grüße
      Liebe pinkypromise,

      erst einmal Respekt, dass du es so lange unter solchen Umständen ausgehalten hast! Dich an die Organisation zu wenden war auf jeden Fall die richtige Entscheidung und wir freuen uns sehr für dich, dass sich deine Situation so verbessert hat. Dass es dir jetzt nicht schlagartig gut geht ist ganz normal. Du hattest einen blöden Start in dein Austauschjahr und das muss man erstmal verarbeiten. Deswegen kommt jetzt auch erst der Kulturschock und daher zieht sich dein Heimweh noch so, du hattest ja bisher kaum Zeit, dem positive Erlebnisse entgegen zu setzen.

      Und du hast völlig recht, gerade in der Winter- und Weihnachtszeit möchte man mit den Menschen, die man liebt, zusammen sein und sehnt sich nach der gewohnten Umgebung. Trotzdem kann es auch eine tolle Erfahrung sein, das Weihnachtsfest einmal ganz anders zu erleben. So wie du deine Betreuerin schilderst, klingt es, als ob sie wirklich nett wäre und echtes Interesse an dir hat. Bestimmt wird sie dir die Möglichkeit geben, an allem als Familienmitglied teil zu haben.

      Was den Besuch deines Freundes angeht: Ich kann absolut verstehen, dass du ihn vermisst und bei dir haben möchtest, aber ich denke, es würde deine Situation noch schwieriger machen. Denn er kann ja nicht den Rest des Jahres bleiben und so stünde euch ein sehr schmerzlicher Abschied bevor. Und selbst, wenn er so lange bleiben könnte, wäre das nicht unbedingt förderlich für deinen weiteren Aufenthalt. Denn bisher machst du alles richtig, du hast ja auch schon neue Freunde gefunden.

      Das ist jetzt sicherlich keine leichte Zeit, und bevor es dir richtig schlecht geht, kann der Abbruch des Jahres natürlich eine Möglichkeit sein. Aber lass dir gesagt sein, so wie du dich fühlst, fühlen sich viele Austauschschüler und bei den meisten geht diese Phase vorbei und erst dann macht das Jahr im Ausland richtig Spaß. Du hast jetzt sehr gute Bedingungen dafür geschaffen, dass es bei dir auch so wird. Zwar gehört Langeweile auch immer dazu, aber vielleicht kannst du dich ja ablenken und etwas für Weihnachten backen oder basteln!

      Wir hoffen, dass es dir bald besser geht und würden uns freuen, nochmal von dir zu hören. Bis dahin wünschen wir dir eine schöne Weihnachtszeit!

      Liebe Grüße
      Anuschka vom weltweiser-Team